Shoot Me !
( ... )

Shoot Me !

ongoing series, 2018 - today

Alles an den Arbeiten von Shoot Me ! ist so konzipiert, dass sie sich in einem Ausstellungsraum ideal fotografieren lassen.

Die Dimensionen von Shoot Me ! füllen das rechteckige Bild einer Kamera proportional aus. Shoot Me ! ist nicht zu breit und nicht zu schmal.

An den Arbeiten sind Scharfstellobjekte angebracht. So kann man mit einer Kamera einfach fokussieren und den optimalen Schärfepunkt einstellen.

An Shoot Me ! sind exakt horizontale und exakt vertikale Linien verbaut. Sie ermöglichen es, die Fotos gerade aufzunehmen, oder sie in der Bildsoftware am Computer gerade zu stellen.

Alle Farben sind matt gehalten, dadurch entfallen störende Reflexionen von der Umgebung.

Rot, Grün und Blau (RGB) sind die Grundfarben jedes Kamerasensors, somit können diese Farben optimal fotografiert und abgebildet werden.
Farbneutrale Graukarten und farbneutrale weisse Kalibrierpunkte an den Objekten dienen zum Weissabgleich der Fotos.

 

Shoot Me ! #1 #2 #3 #4 #5 #6
( ... )

Shoot Me ! #1 #2 #3 #4 #5 #6

Shoot Me ! #1 #2 #3 #4 #5 #6
Kunstraum Aarau, 13.6. - 5.7.2020

“Stefan Jaeggi: Aim high, shoot low.”

Die Ausstellung «Shoot Me !» des Künstlers Stefan Jaeggi (*1972) zeigt eine konzeptionelle Arbeit in sechs Ausführungen. Alle präsentierten Objekte sind nicht konzipiert, um ausgestellt zu werden, sondern darauf ausgelegt, im Ausstellungsraum fotografiert zu werden. Stefan Jaeggi hat sie so konstruiert, dass sie ein optimales Bild abgeben: sie ordnen sich der Zentralperspektive unter, füllen das rechteckige Format einer Kamera aus, zeigen sich in den Primärfarben Rot–Grün–Blau und bieten Hilfestellung fürs Scharfstellen und den Weissabgleich. Zum Thema wird so nicht das Objekt selber, sondern seine Präsentation und Dokumentation. Der Künstler setzt sich hierbei mit dem Medium der digitalen Fotografie auseinander und inszeniert eine aktuelle Entwicklung des Kunstbetriebs kritisch. Nicht was es aussagt, macht es aus, sondern wie es sich zeigt.

Seit 2016 bringt Jaeggi Bilder in den dreidimensionalen Raum. Er nennt seine Arbeiten Bildobjekte, eine Mischform aus Bildern und Objekten. Sie haben sich aus seiner langen Erfahrung als Fotograf und seinem vielfältigen handwerklichen Können entwickelt. Der Künstler setzt seine Ideen mit Freude um, arbeitet sich am Material ab und entwickelt das Konzept bis ins letzte Detail weiter. Dabei verselbständigt sich die Idee, das fertige Objekt gibt dem Publikum nur indirekt Hinweise auf seinen Ursprung. Wer genau hinschaut, stösst aber sicher auf den Schalk, die Ironie und die Sorgfalt, die Jaeggis Arbeiten auszeichnen.

Nach verschiedenen handwerklichen Ausbildungen und einer abgebrochenen Fotografenlehre machte sich der in Solothurn aufgewachsene Künstler 1996 als Fotograf selbständig. Es folgten Aufträge für namhafte nationale und internationale Medien. Seit 2010 widmet er sich künstlerischen Arbeiten. 2011 erhielt er vom Kanton Solothurn ein Atelierstipendium in Paris. Von 2014 bis 2017 absolvierte er den ‹Master Fine Arts› an der Zürcher Hochschule der Künste. In den vergangenen Jahren hat er sich autodidaktisch zum Schreiner weitergebildet. Stefan Jaeggi lebt mit seiner Familie in Zürich.

Text: Urs Honegger*

* Urs Honegger, 1974, lic. phil. Germanist und Master of Digital Arts, schreibt für die Zeitschrift Hochparterre über digitales Design und leitet das Nachrichtenportal Hochparterre.ch.

Shift
( ... )

Shift

open work, 2018

Die Bild-Objekte von Shift zeigen fiktive Blech-Fassaden mit eingearbeiteten, perspektivisch verzerrten Abbildungen. Perspektivische Verzerrungen entstehen in der abbildenden Fotografie. Man kann diese Verzerrungen mittels Kameraverstellungen eliminieren. Diesen Vorgang nennt man „Shift“.

Nur in der exakt frontalen Ansicht von Shift wirken diese als zweidimensionale Bilder. Ist der Blickwinkel versetzt, lösen sich die Bilder auf, sie werden zu dreidimensionalen Objekten.

Die Farben von Shift sind den Grundfarben von realen Blech-Fassaden nachempfunden und werden partiell mit einer Mischung von Grundfarben aus Bildsoftwares erweitert.
Bild-Software typische Störungen und Elemente wie Farbabrisse und Hilfslinien sind sind in die Bild-Objekte eingearbeitet.

 

Zyan (Teil des digitalen Nichts)
( ... )

Zyan (Teil des digitalen Nichts)

open work, 2017

Zyan (Teil des digitalen Nichts)
wood, acrylic, 12 x 12 x 103 cm
wood, acrylic, 12 x 12 x 103 cm
wood, acrylic, 12 x 12 x 97 cm
wood, acrylic, 12 x 12 x 109 cm
wood, acrylic, 10,5 x 10,5 x 101 cm
wood, acrylic, 10,5 x 10,5 x 101 cm
wood, acrylic, 12 x 12 x 107 cm
variable installation dimensions

Zyan (Teil des digitalen Nichts)
wood, acrylic, 9 x 7,5 x 95 cm
wood, acrylic, 9 x 7,5 x 93 cm
wood, acrylic, 9 x 7,5 x 97 cm
variable installation dimensions

Das digitale Nichts ist eine Darstellung zur Wahrnehmung des Nichts am Monitor. ­Dieses wird in Bildern, die mittels einem Computer an ­einem Monitor dargestellt werden, ­angewendet. Es zeigt sich als eine weiss-grau karierte Fläche, die absolut zwei­dimensional erscheint. Die dritte ­Dimension verschliesst sich dem Betrachter gänzlich.

Das digitale Nichts erscheint dann, wenn an seiner Stelle kein Bildinhalt mehr ­sichtbar sein soll. Es will dem Betrachter zeigen, dass an seiner Stelle nichts ist, dass kein Bild­­­­­anteil vorhanden ist.

Das digitale Nichts verändert das digitale Bild am Monitor. Es ­verändert jedoch nicht das digitale Bild in seinen ursprünglichen ­Eigenschaften im Computer, auf seinem Träger, der Festplatte, in der Bilddatei.

Es verschwindet mit dem Verschwinden des Bildes vom Monitor.

untitled_ gap
( ... )

untitled_ gap

photographs, 2017

untitled (two pieces of sky)
( ... )

untitled (two pieces of sky)

2017
wood, acrylic, 24 x 131 x 99 cm / 27 x 143 x 107 cm

Die zwei Bild-Objekte von untitled (two pieces of sky) zeigen zwei Stücke vom Himmel. Sie
basieren auf zwei Fotografien vom Himmel.

Sie sprechen unsere Wahrnehmung und die Darstellung des räumlichen, vermeintlich runden, nicht greifbaren Himmels um uns herum an.

In der absoluten Aufsicht von oben werden die Bild-Objekte wie Fotografien zweidimensional wahrgenommen.

untitled (yet)
( ... )

untitled (yet)

photograph, 2017
pigment print, framed, 109 x 141 cm

The Photo Series
( ... )

The Photo Series

photographs, ongoing series, 2016 - today

Alpha
( ... )

Alpha

photograph, 2016

Alpha / gray card on an alpha channel in a photograph of a reproduction station on a stand (angle view of a straight shot)
pigment print, framed, 109 x 145 cm

Alpha / gray card on an alpha channel in a photograph of a reproduction station on a stand (angle view of a straight shot) lens view
pigment print, framed, 109 x 145 cm

Alpha / gray card on an alpha channel in a photograph of a reproduction station on a stand (angle view of a straight shot)
pigment print, framed, 109 x 145 cm

Alpha / gray card on an alpha channel in a photograph of a reproduction station on a stand (angle view of a straight shot) lens view
pigment print, framed, 109 x 145 cm

 

Alpha / gray card on an alpha channel in a photograph of a reproduction station on a stand (angle view of a straight shot)
Edition of 51 pigment prints, framed, 33,3 x 44,4 cm each

Each print increase 1 percent red to the black alpha layer.
Adriatik Edition, edition of 51
www.adriatikedition.com

 

Annexe Z
( ... )

Annexe Z

photographs, 2015
2 pigment prints, framed, 111 x 147 cm each

Konstruktion S
( ... )

Konstruktion S

video installation, 2016

variable installation options with media-players, beamers and monitors
random played seamless videoloops

Konstruktion S
( ... )

Konstruktion S

photographs, 2015
4 pigment prints, framed, 109 x 145 cm each

Konstruktion O
( ... )

Konstruktion O

photographs, 2015
3 pigment prints mounted on black fibreboard, 90 x 120 cm each